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Ablauf einer Lerntherapiestunde

 

Anamnese / Erster Kontakt Lerninstitut & Eltern

Zunächst findet ein Vorgespräch mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten statt. Dies findet meist, aufgrund des Alters des jeweiligen Kindes ohne es statt. Ein standardisierter Elternfragebogen dient hier zur genauen Erfassung der Vorgeschichte sowie die aktuelle schulische, häusliche und sozial-emotionale Situation des jeweiligen Kindes. Während des persönlichen Gespräches werden anhand eventueller Diagnostiken, Beobachtungen und Erzählungen der Eltern, etwaige vorhandene Störungsbilder besprochen und festgehalten. Mithilfe der Diagnostik und dem formulierten Ziel bzw. Zielen der Eltern wird ein Förderplan erstellt, der auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt ist.

 

Förderplan

In Zusammenarbeit mit den Eltern, und auch jeweiligen Fach- und Klassenlehrern, eventuellen Sonderpädagogen, der vorhandenen Diagnostik und anhand eines auf das Alter des Kindes abgestimmten Lückenwortdiktates, wird intern ein Leistungsprofil erstellt, welches die Stärken und Schwächen des Kindes im Bereich der Rechtschreibung aufzeigt. Jedes Kind erhält individuelles angepasstes Fördermaterial, das nicht nur im Bereich der Rechtschreibkompetenzen die Defizite behebt, sondern auch die sozial-emotionalen Kompetenzen eines jeden Kindes stärkt. Ähnlich ist auch der Ablauf bei der Förderplanerstellung im Bereich der Dyskalkulie.

 

Ablauf einer Lerntherapiestunde

Vorwort

In meiner lerntherapeutischen Arbeit integriere ich gerne mit "Transformius-der Wächter der Gefühle". Transformius und die kleinen Helfer ermöglichen den Kindern einen ersten Zugang zu ihren Gefühlen und Bedürfnissen und zwar auf deren Sprach- und Gefühlsebene => spielerisch.

Ebenfalls werden einige Elemente der Gewaltfreien Kommunikation, des Autogenen Trainings sowie Brain-Gym ®- Übungen in die Lerntherapie eingebunden.

Ankommen:

Als Lerntherapeutin erfahre ich täglich die Lernvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen in Bezug auf die Lernmotivation und ihr damit verbundenes Leistungsvermögen. In meinem Lerninstitut versuche ich allen meinen Schülerinnen und Schülern in ihrer Unterschiedlichkeit gerecht zu werden. Der erfolgreiche Umgang mit den vielfältigen Persönlichkeiten ist ein wesentliches Kriterium des damit einhergehenden Lernerfolgs.

Daher wird das „Ankommen im Lerninstitut“ genauestens beobachtet und ich kann mich auf die jeweilige emotionale Befindlichkeit des Kindes einstellen. Die Lerntherapiestunde kann dann individuell so ausgerichtet und gestaltet werden, dass das Kind nach der Stunde mit einem positiven Gefühl das Lerninstitut verlässt.

In der Umsetzung sieht das o.g. folgender Maßen aus:

Das Lerntherapiekind mit Auffälligkeiten im sozialen Umgang lernt die Formulierung einer höflichen Bitte:

„Darf ich mir schon einen Tee/Wasser aussuchen?“

„Wenn Sie gleich Zeit und Lust hätten, können wir gemeinsam einen Apfel aufschneiden?“

Diese Ankommens-Rituale helfen den Kindern im ersten Moment im Lerninstitut anzukommen und sich auf das Kommende vorzubereiten und einzulassen.

 

Befindlichkeitsrunde:

Die Befindlichkeitsrunde dient zur ersten Feststellung, wie das jeweilige Lerntherapiekind sich fühlt und in welcher Verfassung dieses ist. Hier kann es mir mitteilen, wie es ihm/ihr gerade geht. Als „Redegegenstand dient „Transformius“. Mit diesem haben die Kinder auch den nötigen Raum nonverbal zu zeigen, wie es ihnen geht, da er einen Hut mit vier verschiedenfarbigen Bommeln auf dem Kopf hat. Die Transformius Karte wird vom Kind in die Hand genommen. Dies signalisiert gleichzeitig, dass das Kind nun das Wort hat und ich höre wirklich zu. Nun hat es von sich aus die Möglichkeit zu erzählen. Es wird in seinem Redefluss nicht unterbrochen und auch nicht zwischengefragt. Die Erzählungen des jeweiligen Kindes werden auch nicht bewertet.

Anleitend wird eine Anfangsfrage gestellt, wie zum Beispiel „Wie geht es Dir jetzt im Moment und warum ist dies so?

Eine vorgegebene Zeitbegrenzung von drei bis fünf Minuten gibt ein strenges Format vor, so ist gegeben, dass niemand zu lang erzählt und ein Abschweifen wird unterbunden.

Nachdem das Kind sich nun mitgeteilt hat, nehme ich mir als Lerntherapeutin die Transformius-Karte. Nun habe ich den Redegegenstand und darf meine momentan emotionale Befindlichkeit äußern. Das lerntherapeutische Kind soll mir nun ebenfalls aufmerksam zuhören und mich auch nicht in meinem Redefluss unterbrechen und meine Erzählungen sollen nicht kommentiert und bewertet werden.

 

Gemeinsam wird dann festgelegt, wie sich das lerntherapeutische Kind und auch ich als Lerntherapeutin am Ende der jeweiligen Lerneinheit fühlen möchten.

 

Entspannungs- und Bewegungselemente:

Durch die körperlichen Bewegungselemente sollen die Lern,- Konzentration,- und Gehirnleistungen aktiviert und verbessert werden. Somit ist auch ein „leichteres Lernen“ gegeben. Bei den verschiedenen Gehirn-Gymnastikübungen werden verschiedene Bereiche des Körpers durch die Bewegung aktiviert. Die Bewegungselemente sind darauf ausgelegt die individuellen Bedürfnisse nach neuen Fertigkeiten der Bewegung und der Sinneswahrnehmung zu entwickeln. Da zwischen körperlicher Bewegung und geistiger Beweglichkeit ein Zusammenhang besteht, integriere ich einige Bewegungselemente in jede meiner Lerntherapieeinheiten. Die Übungen verbessern das Geleichgewicht, Hören, Lesen und fördern das Gedächtnis.

Natürlich animiert jede körperliche Tätigkeit das Gehirn sowie

  • die Anpassung der Hand-Augen-Koordination
  • allgemeine Bewegungsfertigkeiten (grobmotorische Bewegung & feinmotorische Koordination)
  • visuelle Fertigkeiten (Wahrnehmung von Form, Umfang, vorgegebene Bewegungsabläufe
  • auditive Fertigkeiten (Rhythmus &Timing)

und ermöglich mithilfe konkreter Körperwahrnehmung auf die Welt der Sinne zurück zu greifen. Denn wenn Kinder in der Lage sind, sich frei zu bewegen und auch sich frei auszudrücken, dann sind sie auch für jede neue Herausforderung gewappnet.

Entspannungselemente hingegen begünstigen das konzentrierte Arbeiten. Dieser Teil der Lerntherapie richtet sich nach dem Prinzip des autogenen Trainings. Die Entspannungsgeschichten/Imaginationsreisen haben stets den gleichen Aufbau:

  1. Einstiegsrituale
  2. Geschichte/Reise
  3. Ausstiegsritual

Mit dem Einstiegsritual wird die Atmung beruhigt. Die eigentliche Entspannungsübung fällt dann je nach Kind länger oder kürzer aus. In den Geschichten sind Ruhe,- Schwere, und Wärmeinstruktionen des Autogenen Trainings eingebaut. Das Ausstiegsritual dient der Rücknahme des Kindes aus der Entspannung. Dieser Teil ist immer gleichbleibend.

Ziel der Entspannungselemente sind die Förderung der Kreativität und der Phantasie der Kinder. Es dient ebenfalls dazu die vorhandenen Potenzial, wie die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entdecken und dementsprechend zu fördern und diese gegebenenfalls weiter auszubauen.

Abschluss/Befindlichkeitsrunde:

Am Ende der Lerntherapieeinheit nimmt sich das Kind die Transformius-Karte erneut und zeigt auf eines der verschiedenfarbigen Bommels, wie seine emotionale Befindlichkeit ist. Hier wird nun ebenfalls festgestellt, ob das Ziel am Anfang der Lerntherapiestunde erreicht wurde.

Anleitend gehen folgende Fragen voraus:

Wie geht es Dir nun am Ende unserer gemeinsamen Stunde?

Was hat Dir gut gefallen an der Stunde?

Was nimmst Du mit (positive Erfahrungen/Übungen) und was lässt Du hier (Dinge/Elemente, die dem Kind nicht gefallen haben)?